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Ratte

Die allgegenwärtige Intelligenzbestie

 

Die Mäuse- oder Rattenhochzeit: Während in der Reihe oben die Katze mit Musik und Geschenken abgelenkt wird, kann die Hochzeitsdelegation unbemerkt vorbeiprozessieren. (© David Frogier de Ponlevoy)

Kreativ, charmant, intelligent – das sind nicht gerade Eigenschaften, die man im westlichen Kulturkreis mit der Ratte verbindet. In Vietnam hat die Ratte sogar ihr eigenes Tierkreiszeichen. 2009 war das Jahr der Ratte. Es führte unter anderem zu einem verstärkten Kauf von Hamstern, denn Hamster, Ratte und Maus haben im Vietnamesischen denselben Wortstamm (chuột).

Wer nach Vietnam geht, sollte nicht rattenscheu sein. Die Nagetiere leben sehr gemütlich in den Tiefgaragen der Großstädte, in den Reisfeldern auf dem Land und auch in den Zwischendecken zahlreicher Büros und Wohnungen. Wenn es irgendwo oben raschelt, ist es möglicherweise eine Ratte. Vietnamesen pflegen zu den Nagern ein recht pragmatisches Verhältnis. Die Anwesenheit von Ratten wird einerseits gelassen hingenommen, andererseits werden die Tiere genauso nüchtern erjagt. Zum Beispiel, indem man sie am Schwanz packt und gegen die Wand haut.

Eines der berühmtesten Bildmotive in Vietnam zeigt eine Ratten- oder Mäusehochzeit. Die Mäuse bezirzen die Katze mit Geschenken, damit das Mäusebrautpaar in Ruhe feiern kann. Die Katze steht je nach Blickwinkel für »die Mächtigen« oder (wie so häufig) für China.

Als im 18. Jahrhundert die letzte große Pestwelle die Region heimsuchte, verhängte der König eine Rattenprämie, um die Krankheitserreger auszurotten. Daraufhin fingen zahlreiche Bürger an, Ratten zu züchten, um die Prämie einzustreichen. Nicht nur Ratten sind also kreativ und intelligent, die Vietnamesen sind es ebenfalls.

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Wahrsager

Der über das Glück von Paaren entscheidet

 

Ein Wahrsager in Ho-Chi-Minh-Stadt notiert sich Geburtsdatum und Geburtsstunde, um anschließend in einer Liste nach den Einflüssen der Sterne zu suchen. Von Hokuspokus keine Spur, der Mann trägtAnzug und seine einzigen Werkzeuge sind Kugelschreiber und Notizblock. (© David Frogier de Ponlevoy)

Eigentlich dürfte es gar keine Wahrsager mehr geben. Schon seit den 1950er-Jahren gab es von politischer Seite erste Bestrebungen, den »Aberglauben« auszurotten. Der Erfolg war mäßig. Selbst hochrangige Politikerfamilien glauben mitunter an die Kraft der Wahrsager.

Wahrsager sind vor allem dann gefragt, wenn es um Familien- und Beziehungsangelegenheiten geht. Eine befreundete Familie ließ sich von einem Wahrsager erklären, dass die aktuelle Freundin nicht gut genug für den Sohn und sowieso nur hinter dessen Geld her sei. Sie übte daraufhin so viel Druck auf das junge Paar aus, dass es sich schließlich trennte. Die junge Frau heiratete kurz darauf einen noch reicheren Mann. Das nennt man selbsterfüllende Prophezeiung.

Der Wahrsager wird aufgesucht, wenn Paare sich finden, wenn ein Paar kinderlos bleibt oder wenn Menschen erkranken. Eine erstaunlich große Anzahl ganz normaler Bürger glaubt an die Kraft des Wahrsagers. Dazu brauchen Wahrsager keinen Hokuspokus – im Gegenteil: Besuche beim Wahrsager können überraschend nüchtern sein. Man nennt das Geburtsdatum, der Seher schlägt ein Heft auf, das auch ein zerfleddertes Schulheft sein kann, notiert sich Dinge und sagt anschließend: »Du wirst später viel Geld haben und in einem großen Haus leben.« Dann empfielt er noch, eine kleine Lampe vor das Bild der Tochter zu hängen. Das mache die Tochter zu einem besseren Menschen.

Viele Wahrsager sind gleichzeitig auch Feng-Shui-Berater und richten Häuser, Zimmer und Möbel nach den richtigen Himmelsrichtungen, Farben und Formen aus. Ein ausländischer Kneipenbesitzer erzählte unlängst, halb ungläubig, halb fasziniert: »Nachdem wir unsere Kasse an die andere Wand gestellt haben, verdreifachten sich die Umsätze«.

Die banalste Funktion des Wahrsagers besteht darin, die Termine für Hochzeiten festzulegen. Obwohl, so banal ist das gar nicht. Bei den asiatischen Fußballmeisterschaften 2007 musste Vietnam im Viertelfinale auf einen seiner Stammspieler verzichten: Der Wahrsager hatte für seine Hochzeit exakt den Tag des Viertelfinales bestimmt. »Ich hätte vorher nie gedacht, dass wir so weit kommen«, entschuldigte sich der Fußballer.

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Kochgeschichten

Schwiegertochter in Nöten

 

Eine Küche in Ho-Chi-Minh-Stadt. Die Frau am Herd kann vermutlich sehr gut kochen. Andererseits … wer weiß das schon? Schließlich sitzt im Vordergrund eine ältere Frau und passt auf. Wie in unserer Geschichte. (© David Frogier de Ponlevoy)

Eine junge Frau, die nicht kochen kann, ist im traditionell eingestellten Vietnam gewissermaßen eine Todsünde. Deswegen präsentiert uns die folgende volkstümliche Erzählung eine solche Frau in der schlimmstmöglichen Situation: Sie hat gerade geheiratet, sprich, sie ist gerade in das Haus ihrer Schwiegereltern eingezogen. Die Schwiegermutter versucht nun zu retten, was zu retten ist und will der jungen Frau das Kochen beibringen.

Sie fängt deshalb sehr simpel an: Die Schwiegertochter soll Gemüse kochen. Topf mit Wasser, Gemüse rein, warten, fertig. Sagt vermutlich einiges darüber aus, auf welchem Niveau die Schwiegermutter die Kochkünste der jungen Frau vermutet. Die Schwiegertochter tut, wie geheißen, und als das Gemüse eine Zeitlang kocht, stellt sie fest, dass das Gemüse geschrumpft und eingegangen ist. Die junge Frau, die offenbar nicht nur noch nie in ihrem Leben gekocht, sondern auch noch nie einen Topf mit Gemüse gesehen hat, fängt an, bitterlich zu weinen.

Bis die Mutter in die Küche gestürmt kommt, sich verdutzt die Situation erklären lässt und ihr dann lachend erklärt, das sei doch alles ganz normal, Gemüse schrumpfe nun mal im Topf. So weit, so gut. Erster Teil des Kochkurses überstanden. Am nächsten Tag wird es dann eine Stufe anspruchsvoller: Die Schwiegertochter soll fünf Eier kochen. Wasser aufsetzen, Eier rein, warten, fertig.

Sie tut wie geheißen (und die Mutter scheint abermals die Küche zu verlassen, offenbar eine sehr beschäftigte Schwiegermutter, so ein Ei dauert ja eigentlich nicht allzu lange). Nachdem die Eier kochen, stellt die junge Frau fest: Hm, diesmal sind es immer noch genauso viele wie vorher. Also isst sie schnell zwei Eier auf. Schwiegermutter kommt zurück, fragt erstaunt, wieso aus den fünf Eiern denn plötzlich drei Eier geworden sind, und die Schwiegertochter antwortet: »Die Eier sind eingegangen.«

Die Moral von der Geschicht? Wer nicht weiß, wie man Gemüse kocht, der sollte möglichst vermeiden, in eine vietnamesische Familie einzuheiraten.

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Taxi

Wie man es macht, ist es verkehrt

 

Taxen, die über eine deutlich sichtbare Nummer (rechts oben), eine ebenso deutliche Preisliste (rechts unten) und vielleicht sogar über ein Kartenlesegerät verfügen, gelten als seriös und haben wohl keine gefälschten Taxameter. Dieser hier wird höchstens durch das Papierschiff aus 500-Đồng-Scheinen beeinflusst – das soll nämlich Glück bringen. (© David Frogier de Ponlevoy)

Bei solchen Preisen für öffentliche Verkehrsmittel wird man in anderen Ländern schnell blass: Eine Taxifahrt in der Innenstadt kostet im Normalfall umgerechnet etwa einen bis drei Euro. Wer in die Außenbezirke will, zahlt vielleicht auch mal fünf.

Taxis kann man am Straßenrand anhalten. Wenn man das versucht, kommt meistens keines. Sie kommen immer nur dann, wenn man sie nicht braucht. Die sichere Variante ist, ein Taxi gezielt zu rufen. Das geht aber nur, wenn man es jetzt braucht. Sofort. Taxis im Voraus zu bestellen ist nicht möglich. Beim Anrufen hilft übrigens die Tatsache, dass die Häuser in den Städten nicht nur die Hausnummer, sondern auch den Straßennamen tragen. Man weiß immer, wo man ist.

Normalerweise funktioniert die ganze Geschichte folgendermaßen: Man braucht ein Taxi. Es kommt keines. Man ruft eine Taxifirma an. Die Firma sagt: »Fünf Minuten warten bitte.« Nach zwei Minuten fahren plötzlich haufenweise Taxen vorbei, nur nicht von der Firma, die man angerufen hat. Nach zehn Minuten ruft man noch einmal die Firma an. »Fünf Minuten«, sagt die Firma. Nach weiteren fünf Minuten (und sehr vielen freien, vorbeifahrenden Taxen) ruft die Firma zurück und erklärt: »Tut uns leid, kein Taxi zur Verfügung.« Man entschließt sich, einfach eines der vielen anderen Taxis zu nehmen. Es kommt allerdings keines mehr. Ganz besonders schlimm ist die Sache bei Regen, also dann, wenn man am ehesten ein Taxi braucht. Dann brauchen meist auch alle anderen ein Taxi, und es gibt keines. Und alle angerufenen Zentralen melden sich kurze Zeit später: »Alle unsere Wagen sind belegt.«

Dass die Taxizentralen überhaupt zurückrufen ist immerhin ein sehr hilfreicher Service. Er funktioniert allerdings nur für Handybesitzer. Manchmal hat man auch einfach Glück, und der Wagen kommt tatsächlich sofort. Das Problem ist: Man weiß es vorher nicht.

Viele Vietnamesen empfinden das übrigens gar nicht als Dilemma. Irgendwann wird schon ein Taxi kommen. Oder wie es eine Bekannte formulierte: »Du bist so unglaublich ungeduldig.«

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Hai Bà Trưng

Frauen als Nationalheilige

 

Die Trung-Schwestern werden gerne auf Elefanten reitend dargestellt. Trotz ihrer Berühmtheit gibt es erstaunlich wenige Abbildungen oder Statuen der beiden Nationalheiligen. Elefanten allein gibt es deutlich häufiger. Dieser hier bewacht ein Kaisergrab in Hue.

Aus Sicht des Hofs von Peking war Vietnam sehr weit weg. Noch vor Christi Geburt war das vietnamesische Gebiet unter die Herrschaft Chinas gefallen, aber »Herrschaft« war anfangs relativ. Einige Soldatenstationen, etwas Verwaltung, ein Gouverneur. Die neue Südprovinz war unbeliebt. Es gab schwüles Wetter, Dschungelkrankheiten und (aus Sicht der Chinesen) haufenweise Barbaren. Wer als Gouverneur gut regierte, wurde schnell wieder nach Peking gerufen, für höhere Aufgaben. Es blieben die schlechten Verwalter.

Aus chinesischen Akten wissen wir heute, dass es ein ganz besonders habgieriger Gouverneur war, der wohl dazu beitrug, dass etwa um das Jahr 40 nach Christus ein Aufstand losbrach, der bis heute Legende ist: Die beiden Trung-Schwestern stellten sich an die Spitze einer Revolte. Der Aufstand scheiterte, aber die Trung-Schwestern gelten bis heute als Nationalheilige. Hai Bà Trưng ist ein Straßenname, der sich in zahlreichen vietnamesischen Städten findet, wörtlich übersetzt: die zwei Frauen Trung.

Dass es ausgerechnet Frauen waren, sagt etwas über die Stellung der Frau in der vietnamesischen Gesellschaft vor der Zeit der chinesischen Besatzung aus. Spätere Chronisten versuchten die Tatsache mit der Geschichte zu erklären, einer der Ehemänner sei angeblich von Chinesen getötet worden.

Die Trưng-Schwestern sind heute das Sinnbild für vietnamesischen Nationalpatriotismus. Allerdings ist schwer zu sagen, welche Gründe zum Aufstand führten, ob es persönliche waren oder politische oder wirtschaftliche. Die ersten vietnamesischen Aufzeichnungen über die Trung-Schwestern folgten erst Jahrhunderte später.

Die Chinesen jedenfalls sollten noch 900 weitere Jahre im Land bleiben. Seine Unabhängigkeit errang Vietnam erst wieder 938. China konnte die »Südprovinz« schließlich gegen immer weitere Aufstände nicht halten. Dazu war sie auch einfach zu weit weg.

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Räucherstäbchen

Vehikel für Wünsche

 

Ein geringeltes »Endlosräucherstäbchen«. Weil der Stab mehrfach um sich selbst gewickelt ist, brennt er besonders lange. An wichtigen Stätten darf der Rauch nicht ausgehen.

Die Vietnamesen sind ein Volk von Zündlern. An den Altären der Pagoden, der Tempel und in den Wohnungen qualmt ständig Rauch. Darunter leiden in den Häusern auch so manche Deckenwände. Räucherstäbchen gehören dazu, bei jedem Gebet, bei jeder Bitte, jeder Botschaft an Götter, Geister und Ahnen. Denn der Rauch transportiert gewissermaßen die Worte der Lebenden in die Sphären der Heiligen und Toten. An besonders wichtigen Orten brennt deswegen auch schneckenförmig geringeltes Endlos-Räucherwerk.

Bei den Räucherstäbchen gibt es feste Richtlinien, wie viele brennen. Eine ungerade Zahl ist wichtig. Ein Stab steht für die Einheit, drei für das Gleichgewicht, sieben für Barmherzigkeit. Spirituelle Experten können Abende damit zubringen, zu erklären, zu welchem Anlass wie viele Stäbchen angebracht sind. Andere sehen es pragmatischer: Wer seine Hingabe ausdrücken will, indem er einfach ein ganzes Bündel Räucherstäbchen in den Sand steckt, der müsse nicht nachzählen, heißt es. In dem Fall genüge die symbolische Geste.

Dieser Mann wärmt sich nicht an einer Mülltonne, sondern verbrennt zur Eröffnung eines neuen Hotels glücksbringendes Papier.

Wenn durch die Bürotür Rauchschwaden quillen, heißt das deswegen nicht zwangsläufig, dass das Haus in Flammen steht – vielleicht feiern die neuen Besitzer des Nachbarbüros vor ihrer Tür auch nur gerade ihre Einweihungsfeier und beschwören Glück für das neue Geschäft. Eigentlich macht man das draußen auf der Straße. Abergläubige Geschäftsleute sind bisweilen aber auch bissig entschlossen, auf gar keinen Fall dem ganzen Haus Glück herbeizuwünschen und zündeln stattdessen im Flur. Am Ende fällt sonst noch was auf die Konkurrenten ab!

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Mondkalender

Doppelte Zeitrechnung

 

Der 1. August nach gregorianischer Rechnung ist nach dem vietnamesischen Mondkalender erst der 14. 6. Nebenbei zeigt der Wandkalender die am Tag gültigenTierkreiszeichen und den Sinnspruch des Tages.

Eines der Geschenke, mit denen Vietnamesen nicht viel anfangen können, sind Kalender – zumindest wenn sie an einem Ort außerhalb der Region gedruckt wurden. Das liegt daran, dass man sich in Vietnam nach zwei Kalendern richtet: dem international üblichen gregorianischen Kalender und dem eigenen vietnamesischen Mondkalender, der tatsächlich ein eigener Kalender ist und nicht etwa der chinesische Mondkalender, auch wenn Unterschiede nur alle paar Jahre auftauchen. Kalender in Vietnam tragen deswegen immer zwei Daten. Es kann gleichzeitig der zweite Tag des fünften Monats und der 20. Juni sein.

Der Mondkalender ist für Vietnamesen nicht nur einfach ein kulturelltraditionelles Relikt. Er regelt weite Bereiche des privaten Lebens: Religiöse und sogar nationale Feiertage können sich nach dem Mondkalender richten, genauso wie zahlreiche dörfliche Feste. Nicht zuletzt wechselt das wichtigste Fest des Jahres, das Neujahrsfest Tết, ständig sein (gregorianisches) Datum.

Das Kalendersystem ist allerdings kein reiner Mondkalender. Ein Mondjahr wäre immer kürzer als das Jahr mit 365 Tagen und ließe Feiertage wie Neujahr ständig nach vorne rutschen. Deswegen wird alle vier Jahre ein Schaltmonat eingefügt. Das Jahr hat dann 13 Mondmonate, und der Neujahrstag springt vom Januar wieder in den Februar. Es ist also ein Mondkalender, der sich nach dem Sonnenjahr richtet: ein lunisolarer Kalender.

Da die Monate im Vietnamesischen keine eigenen Namen haben, sondern einfach nur »der vierte Monat« oder »der achte Monat« heißen, benutzen Vietnamesen in Fremdsprachen häufig auch für die Mondmonate verwirrenderweise die Namen des gregorianischen Kalenders. Das kann zu Missverständnissen führen. Wer sichergehen will, ob er tatsächlich am 25. April oder nicht doch eher am 25. Tag des vierten Mondmonats eingeladen ist, sollte vorher noch einmal nachfragen.

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Dorfleben

Poetische Vergangenheit

 

So idyllisch wie in diesem nordvietnamesischen Dorf sieht es in immer weniger Gegenden aus. Entweder industrialisieren sie sich oder sie sind von Armut bedroht.

Das vietnamesische Dorf besteht aus einem Dorfteich, einem Dorftor, einem alten Baum, einem Tempel, einer Pagode, einem Gemeinschaftshaus. Im Teich schwimmen Lotosblüten, umgeben ist das Dorf von einer Hecke. Wie aus der Pistole geschossen werden die meisten Vietnamesen diese Bilder herunterrattern können.

In der Realität sehen immer weniger Dörfer so aus. Das malerische Dorf mit Teich, Hecke und kleinen Gassen hat sich als kräftiges Bild in der Erinnerung eingebrannt, in seiner reinen Form aber fast nur noch in Dörfern erhalten, die sich dem Tourismus widmen. Für viele andere gilt eher: Das vietnamesische Dorf besteht aus einer Baustelle, einer Asphaltstraße und sehr vielen Motorrollern.

Rund um die Großstädte sind ehemalige Dörfer längst eingemeindet worden, auch wenn sie im Volksmund noch immer die Bezeichnung »Dorf« tragen. Das gilt vor allem für viele Dörfer, in denen sich ganze Straßenzüge überwiegend einem bestimmten Handwerk widmen. Neben altem Handwerk wie Hutflechten oder Seidenspinnen finden sich immer häufiger auch nicht ganz so traditionelle Arbeiten wie Schrottschmelzen, wie im Dorf Da Hoi in Bac Ninh.

Das poetisch-romantische Bauerndorf ist ein wenig Fluch und Segen zugleich. So schillernd es im Gedächtnis und in den Volksliedern weiterlebt – zu finden ist es heute eher noch in den armen, entlegenen Gegenden. Da möchte aber kaum jemand freiwillig wohnen. Dorfteiche sind schön und gut – Fernseh-, Strom- und Straßenanschluss sind vielen Bewohnern aber heute deutlich wichtiger.

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Tunnelhaus

Schmal ist schick

 

Früher war die Sache einfach: Ein vietnamesisches Haus in der Stadt hatte ein einziges Stockwerk, höchstens zwei. Zur Straßenseite hin war der Laden, dahinter kam das Vorratslager und dann erst die kleine Wohnung. Die Ladenfläche zur Straße hin war steuerpflichtig. Wer Geld sparen wollte, hatte einen schmalen Laden und hinten viel, viel Platz zum Lagern. Geld sparen wollten alle. Deswegen sind alte vietnamesische Häuser in der Innenstadt von Hanoi so schmal.

Weniger einfach ist die Frage, warum das heute noch immer so ist. Tradition, wäre eine mögliche Antwort. Die Vietnamesen haben sich an den Grundriss gewöhnt, ihn sich sogar zu eigen gemacht. In den üblicherweise von mehreren Familien bewohnten Häusern ist es praktisch, wenn jede Generation ein Stockwerk für sich hat. Moderne Eigenheime haben deswegen heute im Schnitt drei oder vier Stockwerke. Solche Häuser gelten als »schick« und »städtisch«, hinzu kommt ein allgemeines Desinteresse der Sonne gegenüber. Nur so lässt sich eigentlich erklären, warum mitten auf dem freien Land schmale, mehrstöckige Häuser emporwachsen, die zwar an der Front Verzierungen und Fenster zeigen, aber an den drei anderen Seiten nackten Beton. Sonnenlicht bedeutet Wärme, Wärme ist entweder lästig oder treibt die Stromkosten für die Klimaanlage in die Höhe. Eine Überlegung, die unter anderem dazu führt, dass verglaste Büroräume in den Großstädten immer dunkel sind – von drinnen werden Jalousien heruntergelassen oder Pappwände davor gestellt.

Die alten Häuser in der Hanoier Altstadt sind übrigens gar nicht so alt, wie sie aussehen. Eine Untersuchung stellte fest, dass fast alle aus dem 20. Jahrhundert stammen. Zahlreiche Bewohner haben in den vergangenen Jahren außerdem begonnen, sie zu renovieren.

Sie machen viergeschossige Familienhäuser und Hotels daraus, oder vollverglaste Geschäfte.

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Lärmbelästigung

Vietnam ist nicht laut – glauben Sie mir

 

Die Schienen führen vom Hanoier Bahnhof direkt durch die angrenzenden Wohnviertel. In Vietnam ist es gut, ein wenig lärmunempfindlich zu sein. Man kann sich das allerdings auch antrainieren.

Eine Nachbarin klopfte an die Tür. Sie war neu in Hanoi. Seit drei Tagen. Und sie war sehr sauer auf den Vermieter. Der habe ihr nämlich vorher nicht gesagt, dass das Zimmer so unglaublich laut sei. Wie ich das denn aushalten würde?

Laut?

»Ja, laut«, sagte die Nachbarin. Der Verkehr draußen. Endlos. Stundenlanges Gehupe. Und dann die Bauarbeiten nebenan. Da wird gerade ein Haus abgerissen. Ständiges Klopfen und Rumpeln. Und dann der Bahnhof nebendran, wenn sie das gewusst hätte! Die Züge sind ja so laut. Sie geben schrille Warntöne von sich, manchmal minutenlang. Wenn die Züge fahren, dann wackelt das ganze Haus. Auch um vier Uhr morgens! Kein Auge habe sie zutun können, die ganze Nacht.

An dieser Stelle fiel mir auf: Stimmt. Genauso hatte ich mich in der ersten Woche hier auch gefühlt. Obwohl ich schon ein paar Monate Vietnam-Erfahrung hatte, kam mir das neue Zimmer sehr laut vor, direkt an der Hauptstraße.

Ein halbes Jahr später aber hatte ich das Gefühl: Ich höre nichts. Nichts was mich stört. Draußen hupt es, aber ich nehme das nur wahr, wenn ich mich drauf konzentriere. Manchmal wache ich morgens von Hupen auf, dann drehe ich mich um und schlafe weiter. Die Bauarbeiten waren ein wisperndes Gemurmel. Und der Zug … naja, der Zug war ein echtes Kuriosum. Manchmal pfiff und schrie er schrillend durch die Nacht. Aufwecken tat mich das nicht. Dabei bin ich normalerweise nicht unbedingt geräuschunempfindlich.

Vielleicht lag es daran: Verkehr und Lärm rund um das Zimmer waren mittlerweile nicht mehr unerwartet. Sie gehörten dazu. Sie waren normal. Sie sind Teil einer Alltagsmusik, die Hanoi heißt.

Vietnam ist nicht laut.

Es ist erstaunlich, wozu das menschliche Gehirn imstande ist.

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Fünf Uhr morgens

Frühsport, eins, zwei, drei, vier...

 

Die Frau im Zentrum ist die Vortänzerin. Der Rest folgt. Die Lautsprecherbox, zu deren Tönen sich die Frauen bewegen, kann ganze Wohnviertel mit Disko-Musik beschallen.

Hanoi erwacht früh. Nicht nur die Händler und die in die Stadt strömenden Bauern stehen früh auf ihren Plätzen oder beginnen ihre Geschäfte mit den Zwischenhändlern. Auch der Rest der Bevölkerung ist früh auf den Beinen. Vor allem der weibliche Teil.

Zwischen fünf und sechs Uhr morgens füllen sich die Straßen und Parks mit ganzen Horden von Frauen. Frühsportzeit. Die geografische Lage bringt es mit sich, dass fast das ganze Jahr über die Sonne etwa um dieselbe Zeit aufgeht. Um halb sechs ist es hell. Dann beschallen kleine Kassettenrekorder oder auch mal beeindruckend große transportable Lautsprecherboxen die Umgebung. »Eins, zwei, drei, vier …«, plärren die Boxen. Eins, zwei, drei, vier recken und strecken sich Dutzende von Armen und Beinen zu allen Seiten. Manchmal ertönt dazu Musik. Dann ist es meistens jeden Morgen dasselbe Lied. Gelegentlich mischt sich auch Hahnengeschrei darunter. Eine Stadt wacht auf.

Frühsport ist wichtig. Eine erstaunlich große Anzahl an Vietnamesinnen frönt dieser Gewohnheit. Zählt man die verbreiteten Abendspaziergänge noch dazu, ergibt das eine überraschend bewegliche Gesellschaft. Der Frühsport erklärt auch, warum Hanoi so früh schlafen geht. Die Millionenhauptstadt präsentiert ihre ländliche Seite – der Tagesrhythmus richtet sich nach der Sonne.

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Winter

Zwölf Grad Celsius können richtig kalt sein

 

(© Marc Seidel)

Vietnamesische Winter sind warm, gemütlich und trocken. Ein tropischer Traum. Das gilt für Südvietnam und auch noch für Teile Mittelvietnams. Für den Norden gilt es leider nicht. Der Süden darf sich beklagen, dass das Jahr mit nur zwei Jahreszeiten ein wenig eintönig vorüberplätschert. Der Norden hingegen klagt, dass es vier Jahreszeiten gibt. Denn drei davon sind ungemütlich – zu warm, zu kalt oder zu nass. Der Winter ist die ungemütlichste.

Es gibt Kanadier in Hanoi, die fangen an zu lachen, wenn die ersten Vietnamesen im Januar ihre Handschuhe, ihre dicken Winterjacken und ihre Ohrenwärmer hervorholen und sich damit in den Straßen zeigen. Manchen vergeht drei Wochen später das Lachen. Einige tragen dann plötzlich selbst Schal und Mantel.

Das liegt an zwei Dingen: der Feuchtigkeit und der Architektur. Feuchtigkeit ist fies. Sie zieht durch Mark und Bein. Kein Kleidungsstück scheint so recht gegen Feuchtigkeit zu helfen, erst recht nicht, wenn der Stoff selbst schnell klamm wird. Und: Kaum ein Haus ist warm. Es gibt keine Heizung. Es gibt höchstens Heizstrahler, die punktuell für Wärme sorgen. Man läuft den ganzen Tag durch nasskühles Wetter, arbeitet im Büro im nasskühlen Wetter und sitzt zu Hause am Esstisch im nasskühlen Wetter. Wärme bringen höchstens die Dusche und das Bett, wenn nicht auch das feuchtklamm ist.

Die hilfreichste Erfindung für diese Jahreszeit ist der fingerlose Handschuh. Er sorgt dafür, dass die Hände im Büro warm genug bleiben, um den Computer zu bedienen. Vietnam ist nicht das Land, das man spontan mit fingerlosen Wollhandschuhen in Verbindung bringen würde, aber viele alte Bürogebäude lassen gar keine andere Wahl.

Die Vietnamesen könnten freilich auch Heizungen installieren. Sie tun dies vermutlich aus demselben Grund nicht, warum in Mitteleuropa die Klimaanlagen so selten sind: Für zwei Monate im Jahr lohnt der Aufwand nicht. Spätestens im schwülheißen Mai wundert sich sowieso jeder, wie er jemals Handschuhe tragen konnte.

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Das Buch

Vietnam 151

Das sagen die Medien

»Liebevoll bebildert nimmt dieses Buch den Leser mit auf eine kurzweilige Reise durch eine abwechslungsreiche Kultur voller liebenswerter Widersprüche.« (IN ASIEN, 4/2013)

»Dieses Buch vermittelt in 151 kurzweilig geschriebenen Texten einen Blick auf das Leben in Vietnam. Inhaltlich besticht [Vietnam 151] durch gute Beobachtungen und pointiertes Schreiben. Viele sehr individuelle Bilder komplettieren das gelungene Werk.« (Andrea Markand, Stefan Loose Travel Handbücher - Onlinerezension, Januar 2014)

Informationen zum Buch

Vietnam – das Land der knatternden Zweiräder und der schweigenden Schildkröten, wo Kinder mit Wasserbüffeln Gassi gehen und Geschäftsleute auf winzigen Plastikhockern am Straßenrand essen, trinken und rauchen. Die Frau mit Strohhut als exotische Schönheit, die Felsen der Halong-Bucht als Urlaubsziel, der Hubschrauber als Zeichen des Krieges – Vietnam bietet weit mehr als diese bekannten Symbole.

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> Weitere Informationen auf der CONBOOK Verlagsseite

Autor David Frogier de Ponlevoy

David Frogier de Ponlevoy ist in Worms aufgewachsen und hat in Marburg, Paris und Freiburg Geschichte und Politik studiert. Sein Volontariat machte er bei der Tageszeitung Heilbronner Stimme. Von da aus war es semantisch gesehen nur ein kleiner Sprung zum vietnamesischen Staatsradio Stimme Vietnams, für das er fünf Jahre lang Journalisten in Hanoi ausgebildet hat. Er folgte damit den Spuren seines Urgroßvaters, der 1886 nach Vietnam ausgewandert war und eine Vietnamesin geheiratet hatte. Derzeit arbeitet er in Vietnam als freier Journalist und Journalistentrainer sowie als Reiseführer für Hanoi Kultour. In seiner Freizeit spielt er auf Hanoier Bühnen Theater.

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